Zerstören unterschiedliche Einkommen deine Beziehung?

Finanzielles Ungleichgewicht in einer Beziehung – Zerstören unterschiedliche Einkommen deine Beziehung? In diesem Artikel zeige ich dir erst 5 alarmierende Beziehungsdynamiken und anschließend 5 Tipps, wie ihr aus einer negativen Spirale herauskommt.

Geld steht für vieles in unserem Leben. Für die unerfüllten Wünsche, das teure Auto des Nachbarn oder die traumhafte Fernreise. Zeit ist Geld und Geld ist Macht.

Wie Geld unser Leben bestimmt, können wir auch in unseren Beziehungen sehen. Sei es der Mangel an Geld, das Überreizen des Budgets oder die ungleiche Verteilung innerhalb der Partnerschaft. Einkommensunterschiede stellen die Vertrauensfrage: Was bist du bereit, mit mir zu teilen?

5 Probleme durch Einkommensunterschiede in der Partnerschaft

Gibt es in deiner Beziehung Einkommensunterschiede? Dann kommen dir diese 5 damit verbundenen Probleme vielleicht bekannt vor.

Geld bestimmt dein Selbstwertgefühl

Oft ergeben sich Einkommensunterschiede, weil ein Partner wegen der Kinder zuhause bleibt. Nicht jeder, der Geld verdient hätte, bekommt es auch. Wir unterscheiden zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit. Die Diskussion um Care-Arbeit und deren gesellschaftlicher Relevanz wurde in den letzten Jahren immer lauter.

Die klassische Konstellation von Ernährer und Hausfrau hat gerade für die Frauen einen bitteren Beigeschmack. Sie bringen kein eigenes Geld nach hause und sind abhängig von ihren Männern.

Um keine Kosten zu verursachen, verzichten manche Frauen auf ihre eigenen Wünsche. Dinge, die sie sich von ihrem eigenen Einkommen gekauft hätten, werden als zu teuer weggewischt. Dieses Gefühl der Scham reduziert letztendlich Lebensqualität und stört die eigene Selbstwahrnehmung.

Auch der besserverdienende Partner kann sich in dieser Situation schlecht fühlen. Erfolge im Beruf, eine Gehaltserhöhung oder ein Bonus werden mit Blick auf die stockende Karriere des zuhause bleibenden Partners kleingeredet.

Ihr seid euch uneins über notwendige Ausgaben

Wenn in einer Beziehung eine Sparerin mehr verdient als ein Ausgeber, führt dies fast unweigerlich zu Konflikten. Welche Ausgaben notwendig sind oder nicht, ist dann Gegenstand einer notwendigen Diskussion. Ansonsten fühlt sich die Sparerin schnell ausgenutzt. Arbeitet sie doch hart für ihr Geld und sieht es vor ihren Augen davonlaufen.

Geld führt zu Ungleichheit und Machtmissbrauch

Dieses Problem kann schnell eine negative Dynamik entwickeln und Betroffene in einer toxischen Beziehung halten. Geld bedeutet Macht. Der Besserverdienende könnte meinen, dass er über seine Partnerin verfügt und das gemeinsame Leben bestimmen kann.

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Euer Haushaltsbudget wird einseitig verteilt

Wer das Geld verdient, kann es auch guten Gewissens ausgeben, oder? Nur was passiert, wenn für den anderen nichts mehr oder nur ein geringer Teil übrig bleibt? In dieser Situation wird das Haushaltsbudget eigenwillig und einseitig verplant, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse aller Beteiligten.

Du verschweigst Ausgaben beim Thema Geld

Einkommensunterschiede können zu Unehrlichkeit in der Beziehung führen. Es kann viele finanzielle Gründe geben, weswegen Paare sich anlügen. Etwa um Streit zu vermeiden, werden zu hohe Ausgaben vertuscht. Nicht nur wird das Haushaltsbudget ungerecht verteilt, hinzu kommt der mit den Lügen einhergehende Vertrauensverlust.

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5 Tipps für Paare mit einem finanziellen Ungleichgewicht

Alle genannten Probleme haben gemeinsam, dass ihr nicht als Team zusammenarbeitet. In vielen problematischen Situationen ist es eher ein nebeneinander statt ein ehrliches miteinander.

Egal wie groß oder klein eure Einkommensunterschiede letztendlich sind, ihr müsst einen gemeinsamen Weg finden mit euren Finanzen umzugehen. Die folgenden Tipps helfen euch dabei.

Vereinbart feste Termine für Gespräche über Geld

Der Sinn hinter festen Finanzutreffen ist es, regelmäßig zu kommunizieren. Sei es über euer Haushaltsbudget oder gemeinsame finanzielle Ziele. Wenn Geld nie ein Thema ist, kann es langfristig zum Problem werden.

Nehmt euch einmal die Woche genug Zeit für ein Gespräch über Geld, um ohne Ablenkungen über eure Wünsche, Erwartungen, Bedürfnisse und Verpflichtungen zu sprechen. Nur so könnt einen gemeinsamen Weg finden und Stolpersteine frühzeitig aus dem Weg räumen.

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Erstellt ein Haushaltsbudget

Wenn ihr euer monatliches Einkommen verplant, werdet ihr innerhalb weniger Wochen genau wissen, wofür ihr euer Geld ausgebt. Die schnöde und etwas lästige Aufgabe alle Ausgaben in irgendeiner Form aufzuschreiben, belohnt euch mit wichtigen Erkenntnissen über euer Budget. Dadurch werden einige Mutmaßungen entweder bekräftigt oder erweisen sich als falsch. Wieviel Miete ihr bezahlt, wisst ihr wohl, aber es sind gerade kleinere Kosten und laufende Verträge, über die du und dein Partner schnell den Überblick verlieren könnt.

Auf jeden Fall bieten eure Aufzeichnungen eine perfekte Diskussionsgrundlage für eure gemeinsame finanziellen Planungen. Wie euer Budget letztendlich aussieht, ist höchst individuell und lässt sich nicht pauschal beantworten. Wichtig ist nur, dass ihr beide zustimmt. Nur so verhindert ihr spätere Schuldgefühle oder Konflikte.

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Rechnet Care-Arbeit mit ein

Putzen, Kochen, Einkaufen oder Kindererziehung sind oft unbezahlte Aufgaben, die in Beziehungen nicht gleichmäßig geschultert werden. Wer sie leistet, kann in der Zeit aber kein eigenes Geld verdienen.

Allzu oft beziehen Menschen ihr Selbstwertgefühl aus der Höhe ihres Gehalts. Was aber, wenn die eigene Arbeit gar nicht bezahlt wird?

Verdient ein Partner weniger, leistet er häufig unbezahlte Arbeit im Haushalt. Wie hoch wären eure Ausgaben, wenn ihr für all diese Aufgaben jemanden bezahlen würdet?

Verteilt eure Finanzen fair, vermeidet Ungleichheit

Viele Paare legen nach der Hochzeit oder mit dem ersten Kind ihre Finanzen zusammen. Andere behalten getrennte Konten und eröffnen ein Gemeinschaftskonto. Andere wiederum bestehen auf getrennte Konten und verrechnen gemeinsame Ausgaben. Kein Weg davon ist falsch oder richtig. Ihr müsst nur für euch definieren, welche Regelung fair ist.

Fairness in finanziellen Fragen lässt sich nicht so leicht verhandeln. Überlegt, wie ihr in der Vergangenheit Ausgaben aufgeteilt habt. Was fandet ihr daran gut? Was hat euch gestört?

Wichtig ist, dass ihr beide ein Gefühl der Kontrolle über euer Geld habt. Nur so werdet ihr finanziell erfolgreich werden.

Plant gemeinsame Ausgaben

Es ist wichtig, dass ihr beide Anteil habt an eurem Budget und euch für eure Disziplin und Leistung belohnt. Plant eine gemeinsame Reise oder einen Tagesausflug. Feiert erste Erfolge auf eurer finanziellen Reise und wagt einen Blick in eure Zukunft als Familie.

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Diese Tipps sollen euch dabei helfen, Kontrolle über eure Finanzen zu gewinnen. Es liegt an euch, gemeinsam aktiv zu werden und das volle Potential eurer Einkommen zu erkennen.

Mit Geld verbindet jeder von uns Emotionen und Erwartungen. Wir wurden geprägt von unseren Eltern und deren Umgang mit Geld. Auch wie wir Beziehungen führen ist nicht frei von vergangenen Erfahrungen.

Im Zweifel solltet ihr eine unabhängige Beratung hinzuziehen, die euch dabei hilft, eure verwurzelten Emotionen mit Geld und Partnerschaft zu ergründen.